Offizielle Bürgerfragen an Jens Beranek

Offizielle Bürgerfragen an Jens Beranek

Gestern, am 26.10.2017, wurde unsere Gemeindehalle wegen Überfüllung geschlossen. Was für eine Bewegung in Schönaich! Ich freue mich sehr, dass derart viele interessierte Bürger vor Ort waren, um sich von den Inhalten der Kandidaten selbst zu überzeugen. Schade nur, dass die offizielle Fragerunde mehr für Statements und Lacher verwendet wurde, als für ernsthafte Fragen. Vielleicht wäre künftig eine Podiumsdiskussion mit allen Kandidaten zu den wichtigsten Fragen zielführender. So wären die Standpunkte jedes Einzelnen für jeden Bürger klar ersichtlich.

Denn wenn sich in unserer Gemeinde finanziell nicht bald eine Kehrtwende einleitet, gibt es leider nicht mehr viel zu lachen und weder einen Ort, noch Geld für Festreden. Ich habe mich sehr gefreut, dass ich viele, ernsthafte, konkrete Nachfragen erhalten habe. Leider war die Akustik im Raum sehr schlecht. Damit hatten gestern alle Redner zu kämpfen.

Auf diese wichtigen Fragen meiner Mitbürgerinnen und Mitbürger gehe ich heute in einem gesonderten Beitrag nochmals ein:

  • 1. Frage: „An der Umgehungsstraße zum Industriegebiet sehe ich die falschen Firmen. Wie wollen Sie das ändern?“

  • 2. Frage: „Sie wollen vieles zur Chefsache machen. Wie wollen Sie das Personal in der Verwaltung führen?“

  • 3. Frage: „Wie wollen Sie den Ortskern für Jugendliche attraktiver gestalten?“

  • 4. Frage: „Wie möchten Sie zukünftig mehr qualifiziertes Erziehungspersonal bezahlen?“

  • 5. Frage: „Ihr Bruder ist aktuell Gemeinderat. Wie gehen Sie damit um?“

 

Wirtschaftsförderung & Gewerbegebiet

„An der Umgehungsstraße zum Industriegebiet sehe ich die falschen Firmen. Wie wollen Sie das ändern?“

Jens Beranek: „Prinzipiell gibt es für mich keine „falschen Firmen“. Bestimmt meinten Sie, in Ihren Augen zu wenige. Die Flächen an der Umgehungsstraße gehören nicht der Gemeinde. Sie sind Privateigentum. Da muss sich die Gemeinde dafür einsetzen, diese zu erwerben, wenn wir sie benötigen. Wichtig ist es, stetig unser Gewerbegebiet zu erweitern. Dazu müssen regelmäßig die richtigen Anträge gestellt werden. Das ist dann meine Aufgabe als Bürgermeister.“

Meine konkreten Vorschläge, kurz umrissen:

  • Ein einfach verständlicher Leitfaden und Ansprechpartner im Rathaus macht eine Selbstständigkeit oder Firmengründung für jeden möglich. Weg mit bürokratischen Hindernissen!
  • Stetige Anträge bei den Behörden, damit unser Gewerbegebiet kontinuierlich erweitert werden kann. Da darf es nicht an der Genehmigung hängen!
  • Die Gestaltung eines aussagekräftiges Portfolio und Portät unseres Wirtschaftsstandorts für interessierte Unternehmen.
  • Bei den Unternehmen als verlässlicher Ansprechpartner bei der Stange bleiben – präsent sein, nachfragen, Ziele setzen, Weichen stellen.

Weitere, konkrete Ideen zum Punkt Gewerbegebiet Schönaich sowie aktive Wirtschaftsförderung finden Sie hier: Wirtschaftsförderung

Personalführung im Rathaus

Jens Beranek Bürgermeisterwahl 2017 Schönaich Offizielle Vorstellung Bürgerfragen

„Sie wollen vieles zur Chefsache machen? Wie wollen Sie das Personal in der Verwaltung führen?“

„Ich orientiere mich an dem, was ich die vergangenen Jahre als kaufmännischer Leiter von rund 35 Angestellten in unserem Familienbetrieb getan habe. Dort wie in unserer Verwaltung im Rathaus gibt es exzellente und hoch qualifizierte Mitarbeiter. Als Chef muss man solche Talente erkennen, vertrauen und delegieren können. Und die Standhaftigkeit haben, Mitarbeitern den nötigen Freiraum zu lassen. Gleichzeitig muss man Ihnen aber als starker Chef den Rücken stärken, damit sie nicht aus Angst vor Konsequenzen weniger leisten als Sie könnten. Wenn dann einmal nicht das angestrebte Ergebnis erzielt wird oder ein Mitarbeiter Unterstützung braucht, kümmere ich mich persönlich darum!“ 

Weitere, konkrete Informationen zum Punkt Personalführung im Rathaus finden Sie hier: Grundsätzliches

Meine konkreten Vorschläge, kurz umrissen:

  • Großprojekte persönlich überwachen, vorbei gehen, aktuellen Stand und Fristen prüfen. Bürger informieren.
  • Vier-Augen-Prinzip nutzen bei wichtigen Entscheidungen: zusätzlich zum zuständigen Experten in der Verwaltung bin ich da und schaue mit drüber
  • Aufgabe delegieren, bei Erfolg Raum für mehr Kompetenzen schaffen und dabei Mitarbeitern immer den Rücken stärken
  • Wenn etwas im Rathaus schief läuft, ist der Bürgermeister als Chef verantwortlich und nicht der Angestellte

 

Attraktives Schönaich für Jugendliche

„Herr Beranek, wie wollen Sie den Ortskern für Jugendliche schöner machen?“

„Ganz ehrlich gesagt, bin ich 38 Jahre alt und da nicht mehr ganz so nah dran, was sich die Jugendlichen im Ort wünschen. Da bin ich ganz stark auf eure Vorschläge angewiesen, setze mich aber dafür ein, dass da auch was passiert.“ 

Meine konkreten Vorschläge, kurz umrissen:

  • Jugendgemeinderat – Wir probieren das aus!
  • Wir suchen gemeinsam nach einem passenden Ort für den Bauwagen

Weitere Vorschläge & Ideen zum Punkt Jugend in Schönaich finden Sie hier: Jugend sowie unter den Beiträgen zum Jugendhaus Urwerk und zum Palettenprojekt 

 

Finanzierung für mehr Erzieher

„Wie möchten Sie zukünftig mehr qualifiziertes Erziehungspersonal bezahlen?“

Jens Beranek: „Wenn Sie konkrete Beispiele hören möchten, wie wir hier Kosten senken können, ohne Personal zu entlassen oder Einrichtungen zu schließen, scheue ich mich nicht Ross und Reiter zu benennen: Die Gemeinde hält zwei Eigenbetriebe, die Jahr für Jahr Unsummen verschlingen. Unter anderem einen Veranstaltungsort, die Zehntscheuer, die nur an 12 Tagen im Jahr genutzt werden darf. Aber diese 12 Tage werden aus Gemeindegeldern mit rund 70.000 Euro pro Jahr bezuschusst! Zudem gehört der Gemeinde ein weiterer, sanierungsbedürftiger Eigenbetrieb, der die Gemeinde pro Jahr knapp 500.000 Euro kostet – das Haus Laurentius. Dieser wird bereits privat geführt, die Immobilie gehört aber noch der Gemeinde und ist mit hohen Schulden belegt. Gerade im Hinblick auf die Umstellung auf Dopplik werden sonst die Kosten pro Jahr noch höher steigen auf 750.000 Euro bis 1 Million Euro pro Jahr.“

Zwischenfrage: „Warum ist das vorher noch niemandem aufgefallen?“

Jens Beranek: „Diese Frage kann ich Ihnen auch nicht beantworten.“

Meine konkreten Vorschläge, kurz umrissen:

  • Gemeindeimmobilien veräußern oder umnutzen, die insgesamt mehr als eine halbe Million Euro/Jahr an Gemeindegeldern verschlingen
  • Bestehende Verträge prüfen und auf bessere Konditionen nach- oder neu verhandeln (zum Beispiel die Telefonanlage im Rathaus 4500 Euro/Jahr)
  • Von Steuergeldern bezuschusste Zuschläge für Kinderbetreuungsplätze, Musikschule, Hundesteuer o.ä. von den amerikanischen Streitkräften erstatten lassen. Gleiche Beiträge für Schönaicher wie Amerikaner

Weitere, konkrete Ideen zum Punkt Haushalt & Finanzen finden Sie hier: Haushalt & Finanzen

 

Bürgermeister und Gemeinderat

„Ihr Bruder ist aktuell Gemeinderat. Wie gehen Sie damit um?“

„Ganz einfach – der muss nach meiner Wahl raus.“

(Info: Leider endete an diesem Punkt die Redezeit und ich durfte nur noch mit einem Satz antworten).

Weitere Informationen zum kommunalpolitischen Engagement meiner Familie und mir: Zum Beitrag Familientradition

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