Schönaicher Ideen – Der Gummibärchenmann

Schönaicher Ideen – Der Gummibärchenmann

In den vergangenen Wochen hat sich hier in Schönaich vieles gedreht. Darum möchte ich einen meiner letzten Beiträge vor der morgigen Bürgermeisterwahl unserer schönen, kleinen Gemeinde widmen. Einer Gemeinde, die ich schätze und liebe, in der ich lebe seitdem ich ein kleiner Junge bin. Und die sicherlich an der aktuellen, finanziellen Lage in den nächsten Jahren zu knabbern hat.

Genau aus diesem Grund möchte ich Ihnen die beispielhafte, wahre Geschichte des „Gummibärchenmann“ auf unserem Wertstoffhof im Gewerbegebiet erzählen. Eigentlich sind es ja mehrere „Gummibärchenmänner“ und darunter auch einige Frauen! Aber mir geht es dabei um die kreative Idee dahinter

… denn der „Gummibärchenmann“ steht für das, was Schönaich ausmacht: Wenig Geld, viel Ideenreichtum und menschliche Wärme, die Kinder von kleinauf begeistert. Begleiten Sie mich also in diesem Beitrag samstags auf den Wertstoffhof? Ich verspreche, es lohnt sich!

Wie aus Pfandflaschen Gummibärchen werden

Ab und an landet die ein oder andere Pfand- oder Mehrwegflasche irrtümlicherweise auf dem Schönaicher Wertstoffhof. Was also damit anfangen? Das dachten sich auch die kreativen Mitarbeiter, die Woche um Woche bei Wind und Wetter freundlich und hilfsbereit den Schönaichern beim Mülltrennen zur Seite stehen.

„Viele kommen extra zu uns nach Schönaich, weil wir uns Mühe geben, immer freundlich zu sein. Was bringt es denn, die Leute anzuherrschen, die sich für Mülltrennung einsetzen?“, erklärt mir ein engagierter Mitarbeiter an der blauen Tonne. Das ist nicht überall in der Region so.

Jens Beranek Umwelt Mülltrennung Recycling Wertstoffhof Natur Ressourcen Schönaich Wahl 2017 Bürgermeisterwahl
Der Gummibärchenmann weckt Begeisterung!

Da kam den Mitarbeitern die Idee mit den Gummibärchen. „Wir sammeln die Pfandflaschen und tauschen Sie gegen kleine Tütchen Gummibärchen.“ Jedes Kind, das die Großen auf dem Wertstoffhof bei der Mülltrennung unterstützt, bekommt ein Päckchen zur Belohnung. „Die Kleinen sind Feuer und Flamme. Richtiges Sortieren wird da schnell zum Kinderspiel.“ 

Für viele Kinder aus Schönaich ist der „Gummibärchenmann“ der Grund, zum Wertstoffhof zu fahren. Dass sie dabei unbewusst etwas für sich selbst, die Umwelt und die Gemeinde tun, ist da beinahe nebensächlich.

Mülltrennung – spart Bürgern wie Gemeinde bares Geld

Mülltrennung. Das ist für viele immer noch Arbeit, Last und schlicht unnötig. Dabei schont es nicht nur Ressourcen. Sondern hält zudem die täglich zuhause anfallenden Restmüllmengen etwas überschaubarer und spart sogar der Gemeinde einiges an Geld.

Denn zu den Restmüllgebühren, die Sie als Bürgerinnen und Bürger, zahlen, legt die Verwaltung noch einmal einen Teil drauf. Und zwar für jede einzelne geleerte Tonne. Geld, das an jeder anderen Ecke in unserer Gemeinde fehlt.

Wie könnte man die Mülltrennung vereinfachen?

Direkt vor Ort unterhalte ich mich lange mit den Schönaicher Mitarbeitern des Wertstoffhofs. Ich habe ja auch ein ganzes Auto voll Wertstoff Zeit…

Es stimmt. Die Mülltrennung ist hier in unserer Region nicht gerade einfach gestaltet. Für beinahe jede Art der Verpackung gibt es eigene Container und Sammelstellen. Da verlieren selbst engagierte Trenner schnell die Begeisterung. In vielen Gemeinden gibt es den Service mit dem „Gelben Sack“. Doch davon sind wir hier aufgrund der Vorgaben des Landkreises leider ausgenommen.

Wie also könnte man wenigstens ein Stück weit dazu beitragen, dass mehr Schönaicher ihren Müll trennen? „Wir haben hier neuerdings eigene Broschüren für ausländische Einwohner. Gerne zeige ich Ihnen die auf englisch.“ Damit wäre ein Stück weit geholfen. Aber ein richtiger Ansatzpunkt für alle Bürger sieht nochmal anders aus.

Late Night auf dem Wertstoffhof?

Bislang ist der Wertstoffhof an zwei Nachmittagen unter der Woche und Samstag vormittags für die Bürgerinnen und Bürger geöffnet.

Da sehe ich einen Punkt, um anzusetzen. Bereits wie bei den Sprechzeiten auf dem Rathaus sind zwar Anlaufzeiten da. Vor allem Berufstätige und auch Eltern kleiner Kinder haben aber nicht immer die Möglichkeit, diese wahrzunehmen.

Möglich wäre aber beispielsweise eine „Late Night“, ein langer Abend, zum Recycling. Dann schließt der Wertstoffhof nicht um 18 Uhr, sondern erst um 20 oder 21 Uhr.

So hätten Schönaicher, die zu regulären Öffnungszeiten arbeitstätig sind, ebenfalls die Möglichkeit, den Wertstoffhof rechtzeitig zu erreichen. Außerdem könnte es samstags die etwas enge Parkplatzsituation entspannen.

Ob dies angenommen wird und sich bewährt, gilt es zu testen. Doch niemand in der Gemeinde sollte an Öffnungszeiten scheitern. Weder auf dem Wertstoffhof, noch auf dem Rathaus.

Und letzten Endes geht immer das: Die Geschichte vom „Gummibärchenmann“ zu erzählen. Von Schönaicher Ideenreichtum mit kleinsten, finanziellen Mitteln. Und sich daran ein Beispiel zu nehmen: Wie man quasi aus Nichts Begeisterung wecken kann und die Attraktivität der Gemeindeangebote steigert! 

Fundgrube Wertstoffhof

Jens Beranek Umwelt Mülltrennung Recycling Wertstoffhof Natur Ressourcen Schönaich Wahl 2017 Bürgermeisterwahl
Mein Fundstück auf dem Wertstoffhof.

Zu guter Letzt bekomme ich sogar noch ein kleines Geschenk. „Hier landen immer wieder neue und gut erhaltene Sachen. Wir nehmen die zur Seite und verschenken sie weiter. Wäre doch viel zu schade, zum Wegwerfen.“ So ziert jetzt dieses neue Bild die Wohnung meiner Schwägerin – die hat es mir nämlich begeistert abgeknüpft… Ich selbst hätte zu einem Tütchen Gummibärchen ja nicht nein gesagt.

Kommentar verfassen